Der zweite selinische Bürgerkrieg

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Es sollten mehr als 70 Jahre nach Gründung der Hohenmark vergehen, ehe das selinische Imperium zu spüren bekam, dass es sich mit den Besiedlungsplänen Beradirs verschätzt hatte. Zwar entwickelte sich die Hohenmark sehr gut, aber um eine Provinz derartig schnell aus dem Nichts zu schaffen, wie Imperator Tanin sich das vorgestellt hatte, brauchte es weitaus mehr Gold, als dieser sich gedacht hatte. Kümmern brauchte ihn das allerdings wenig, da er 1722 n.S.G. nur sieben Jahre nach Gründung der Hohenmark verstarb. Auch sein Nachfolger Leonis der 2. vermochte großzügig über die wachsenden Lücken in der Schatzkammer hinwegzusehen, was ihn schließlich Kopf kostete. Kolmar der 2. ließ ihn wegen Unfähigkeit aus dem Amt entfernen, ihn hängen und setzte sich selbst als Imperator ein. Seine erste Amtshandlung war die Erhöhung der Steuern im gesamten Reich. Inzwischen hatten sich einige Differenzen zwischen Kaskaria und dem Imperium ergeben. Das |Kaskarische Reich hatte Gesandte nach Sel geschickt und es aufgefordert, die Lebensbereiche der Elfen in und um die Hohenmark herum nicht anzutasten. Kolmar der 2. verwies die Blutelfen seines Reiches, wies den hohenmarkischen Gouverneur aber an, Bereiche elfischer Lebensbäume nicht zu besiedeln. Er tat dies nicht, weil er die Elfen so sehr achtete, sondern weil nach der Erhöhung der Steuern viele Provinzen scharfen Protest erhoben hatten. Kolmar sah einen Bürgerkrieg aufkommen, glaubte jedoch die Provinzen mit Waffengewalt unter Kontrolle halten zu können.

Als er nicht bereit war, die Steuern zu senken, brach 1789 der erwartete Bürgerkrieg aus, dessen Ausmaß Kolmar sich nicht hatte vorstellen können. Zentrum des Widerstandes war wiederum Malik und wieder schlossen sich Scathia und Pertian an. Diesmal war dieser Liberationsbund etwas klüger und die Allianz wurde unter eine einheitliche Führung gestellt. Zudem gedachte man, Kaskaria um Hilfe zu ersuchen. Doch bevor man Botschafter schicken konnte kamen die Blutelfen ihrerseits nur zwei Wochen nach Ausbruch des Krieges der Allianz zur Hilfe und erklärtem dem Selinischen Imperium den Krieg - gemäß der Aufforderung ihres Gründers Kaskarihn Druus auf dessen Sterbebett, jedwedem freien Volk, welches für eine gerechte Sache kämpfe, beizustehen. Und Freiheit vom Joch eines größenwahnsinnigen Imperiums war in ihren Augen ein gerechtes Sinnen. Nach einigen anfänglichen Erfolgen des Imperiums, geriet der Vormarsch Sels ins Stocken. Die gegnerische Allianz hatte sich formiert und stabilisierte die Fronten. Die kommenden neun Jahre bewegte sich die Frontlinie kaum noch, der Kampf war festgefahren. Die Widerstandskämpfer hatten die Zeit auf ihrer Seite: Pertian war die Kornkammer des Reiches gewesen, und über kurz oder lang würde Sel die ausbleibende Kornversorgung zu spüren bekommen. Zudem hatte Sel wegen des Geldes diesen Bürgerkrieg riskiert und eben jenes begann zunehmend zu fehlen. In dieser Situation geschah etwas höchst Unerwartetes: Der Regent der Hohenmark sandte ein großes Schatzschiff nach Sel, zusammen mit einer Botschaft:

„An Seine Exzellenz, Imperator Kolmar den Zweiten, Erlauchter Herrscher des selinischen Imperiums.
Sehr wohl ist sich die Hohenmark der betrüblichen Situation des Reiches und dem Zustand der Einheit Sels bewusst. Es ist einleuchtend, dass ihr als Imperator mit allen Mitteln die Euch feindlich gesonnenen Kräfte der Allianz auf die Knie zu zwingen sucht. An dieser Stelle sei die Dankbarkeit der Hohenmark gegenüber der großzügigen Krone Sels ausgesprochen. Um dieser Dankbarkeit Ausdruck zu verleihen, senden wir Euch dieses Schatzschiff, auf dass ihr in diesem Duell der Reiche erfolgreich sein mögt. Wir sind sicher, dass ihr das Gold wohl benötigt und zu würdigen wisst. Was die Hohenmark damit zeigt, jetzt und auch in Zukunft kann Sel sich gewiss sein, dass die Hohenmark keine, wie auch immer gearteten Schritte je gegen Sel unternehmen würde. Darum sprechen wir, der Regent der freien Hohenmark, welche fortan unabhängig sei, dem Imperator Kolmar dem Zweiten in dem selinischen Bürgerkrieg, welcher nicht Angelegenheit der Hohenmark ist, die Neutralität aus. Sollte Sel in Zukunft weiter finanzielle Mittel benötigen, ist die Krone Hohenmark gern bereit, wohlwollende Bedingungen für Goldleihen aufzustellen.
Mit diplomatischen Gruß König Talakin von Hohenmark.“

Dies war ein Schlag, welcher so unerwartet eintraf, dass das Imperium lange Zeit wie gelähmt war. Diesen Zustand der Starre wusste die Allianz wohl zu nutzen. Von Malik aus landete eine Rebellenflotte an der Mündung des Tescoron. Zusammen mit Kaskarischen Truppen marschierten die Rebellen auf Sel zu, ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen, da die Heere Sels in den Provinzen standen. Zehn Meilen vor der Stadt stellten die Widerständler dem Imperator in Sel ein Ultimatum. Entweder der Imperator erkenne die Unabhängigkeit der drei Provinzen an, oder die Stadt Sel, welche gegenwärtig nur über ihre Stadtwache und die persönliche Garde Kolmars verfüge, werde eingenommen und bis auf die Grundmauern geschleift. Im Sommer 1799 zog Kolmar seine Truppen aus den Provinzen ab und verkündete offiziell die Entlassung der drei Provinzen aus dem selinischen Hoheitsanspruch. Dann zog sich Kolmar der 2. in seine Kemenaten zurück und erhängte sich.

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